Rainer Thiel
Nach acht Jahrzehnten zieht Rainer Thiel Bilanz. Als habilitierter Philosoph samt Mathematik lernte er gesamtgesellschaftlich zu denken und steht zu seiner sozialistischen Überzeugung, obwohl er ständig Ärger mit Leuten hatte, die das System verwalteten. Die einen stempelten ihn zum Agenten, andere verweigerten ihm die Zusammenarbeit. Sie bescheinigten ihm Fleiß, doch zum Lügen war er zu faul. „So ward ich immer wieder ausgeschlossen aus den Instituten für Philosophie und Wissenschaftstheorie. Aber es ist gut so gewesen“, sagt er am Ende.
Thiel sieht die Welt dialektisch. Der Weg des geringsten Widerstandes war seine Sache nie. Ein freundlicher Revolutionär, der die Welt verändern will. „Meine Eltern waren freundlich zu anderen Menschen. Auch ich bin meistens freundlich, zu Kollegen, zu den Leuten in meinem Dorf, in meinem Städtchen. Und Freundlichkeit wird meist erwidert, so dass ich mir auch wagen kann zu sagen: „Wir müssten mal wieder auf die Straße gehen!“ Mit Genossen von der Linkspartei komme ich gar nicht bis zu diesem Punkt. Sie schauen schon zuvor auf ihre Uhr und rufen: „Ich muss schnell nach Hause, meine Frau wartet mit der Mahlzeit.“
Thiel ist bei Attac, in der Sozialen Bewegung Land Brandenburg, bei den Freidenkern, bei der Unabhängigen Montags-Demo Berlin und nah bei Occupy.
Stand: 08. April 2012
Rainer Thiel
Neugier, Liebe, Revolution
Mein Leben 1930-2010
380 Seiten, 22,90 €, bestellbar im Buchhandel mit Angabe des Verlags „Edition Ost“. (In www.edition-ost.de versteckt, aber suchbar.) Im Verzeichnis lieferbarer Bücher unter
ISBN 978-3—89793-248-7
Bestellbar auch bei www.amazon.de
Autoren-Lesung und Publikums-Diskussionen sind möglich.
www.thiel-dialektik.de (ausführlich)
www.rainer-thiel.de (stark abkürzend)
E-Mail: rainer@rainer-thiel.de
Rainer Thiel
Neugier –Liebe – Revolution.
Mein Leben 1930 – 2010
Aus dem Inhalt
Erste Kindheit. Paradies und Neugier
Zweite Kindheit. Vom Paradies ins Stadtzentrum. Beim Management helfen
Dritte Kindheit. Ins Böse verstrickt
Das große Feuer
Von heißer Asche zu kalter Asche
Leise beginnt neues Leben
Lehrling – Zeitungsleser - Gymnasiast
Steinbruch-Arbeiter im Talsperrenbau
Was wird nun mit dem Studium?
Studium an zwei Fakultäten
Gehöre ich zur Arbeiterklasse?
Philosophie und trotzdem Mathematik? Ja, gerade deshalb
Als Agent entlarvt und rausgeschmissen
Ab nach Pommern in die Taiga
Erneut zum Studium - nach Berlin
Erste Auslandsreise
Dozent. Visiten in der Produktion und im Westen
K a t r i n
Bedürfnis, den ganzen Marx zu achten
Hauptberuflich forschend wirken dürfen!
Die Mauer in Berlin
Georg Klaus und mein Verhältnis zu ihm
Beim Aufbau empirischer Sozialforschung
1967 - mein Buch „Quantität oder Begriff?“
Schon wieder rausgeschmissen. Hinein ins Ministerium
Nochmal Kybernetik anschieben
Katrin, Rainer und drei Kinder
Urlaub mit der Familie
Die Kinder und die Baukästen
1975: Fertig ist mein Buch „Mathematik – Sprache – Dialektik“
Katrin hat mich ausgehalten
Institut steht Kopf, ich fliege raus
Das revolutionäre Projekt „Erfinderschulen“ – gemeinsam mit Verdienten Erfindern
Honeckers Konterrevolution vor der Vollendung
Erfinderschulen nach der Wende? Widerspruchsorientierte Innovationsstrategie
Doch die Familie hat gelitten
Die Stasi und meine Wenigkeit
Die PDS und ich als treue Seele
Endlich in Ruhe forschen können. Studien und Erlebnisse: Mein Buch „Marx und Moritz – Unbekannter Marx – Quer zum Ismus“ (1998)
Katrins letzte Reise (1998)
„Die Allmählichkeit der Revolution – Blick in sieben Wissenschaften“ (2000)
Sabine
Als Gast beim Schülerstreik
Das vergessene Volk - mein Praktikum in Landespolitik. Aktion als Tiefenbohrung
106 000 Unterschriften für Recht und Rechtsstaat und wie sie verschwunden sind
Christina
Professoren im Karl-Liebknecht–Haus
Wie ich Montags-Demonstrant wurde und auch blieb. Ich nähere mich Attac
„Allmähliche Revolution“ – immer noch Tabu der Linken?
Wie ich dazu kam, gesamtgesellschaftlich zu denken. Kleine und große Familie
Im Buch auch dokumentarische Fotos.
Über dieses Buch schrieb Gerhard Zwerenz:
„Es gibt noch Bücher, die zu lesen und zu genießen sich lohnt. Der Ex-Genosse ist heute bei attac – mit der PDS überwarf er sich ungefähr dreimal pro Woche – ein heimatloser Linker aus dem Osten?“ Daneben das Titelfoto des Buches. Zuvor hatte Zwerenz – wie oft in seinem langen, spannungsreichen Leben – das Erbe von Georg Lukacz und Ernst Bloch resumiert und gefragt, ob denn deren Lebenswerk vergebens gewesen sei: „Zum zivilen Gegenbeweis schickte uns Rainer Thiel sein Buch Neugier Liebe Revolution – Mein Leben 1930 – 2010. Es ist eine abenteuerliche, kurvenreiche, absturzbedrohte, aufrechte gute DDR-Akademiker-Biographie, die der in Chemnitz geborene .... vorlegt.“ Mit Blick auf die Ereignisse im Osten Deutschlands zitiert Zwerenz aus Thiels Buch: „Mit hohem Tempo war die Industrie im Osten ausgedünnt worden, die Reste zu verlängerten Werkbänken westlicher Konzerne degradiert. Zu 85% war das Personal für Forschung und Entwicklung hinausgeworfen worden.“
http://www.poetenladen.deprintpagetwerenzneu.php
28.06.2011
Bitte beachten Sie auch mein bisher vorletztes Buch (2009):
„Allmähliche Revolution – Tabu der Linken. Zwei Arten Abstand vom Volk: Auf Wunder warten, und ´Gebt eure Stimme bei uns ab´“
(Kai Homilius Verlag, 271 Seiten, bei Libri und Amazon gelistet, verbesserte Auflage von „Die Allmählichkeit der Revolution – Blick in sieben Wissenschaften“, LIT-Verlag 2000)
Auch einige der zuvor erschienenen Bücher von mir sind bei www.amazon.de auffindbar und können dort bestellt werden.
Sie können auch meine umfangreiche www.thiel-dialektik.de besuchen.
Kontakt: rainer@rainer-thiel.de
Seit 2004 bin ich bei vielen Demonstrationen. Dort ist meine linke Heimat.
Heute erst recht. Weil PDS/Linkspartei das Schicksal der Erwerbstätigen und der Erwerbslosen aus den Augen verloren hat. Warum? Weil Linksparteien unfähig sind, mit parteilosen Aktiven auf gleicher Augenhöhe zu sprechen.
Hierzu einer meiner vielen Texte, die von ND und jw abgelehnt, aber 2010 bzw. 2011 von den Kleinzeitungen „Barnimer Bürgerpost“ (BBP) und „Artikel Eins“ sowie in einigen linken www , z.B. www.scharf-links.de und ZZI, veröffentlicht wurde. Hier der Wortlaut:
Die Linkspartei hält sich für pluralistisch. Doch worin ist sie pluralistisch?
Wird sie das in ihrem Programm klären? Wird sie Angst haben beim Worte „Sozialismus“? Ein kluger Mann mit Welt-Erfahrung sagte: „Dem Versuch, den Sozialismus als Alternative zum Kapitalismus wieder zu beleben, muss allerdings eine gründliche Analyse der Gründe für das Scheitern der bisherigen Sozialismusversuche vorausgehen.“ (Saral Sarkar in „Sozialistische Zeitung“ Köln, April 2010) Oder hat sich das Thema für euch erledigt? Ich möchte meine Meinung sagen, in dieser Nummer der BBP, mit einer Fortsetzung in der nächsten Nummer:
Das Volk will Sozialismus?!
Gelächter. Oder kein Gelächter?
Will das Volk womöglich doch? Und wenn das Volk womöglich möchte – wird es glauben, dass es geht? Was versteht das Volk unter Sozialismus? Wie viele Sparten hat das Volk? Und dann die Partei. Was ist sie? Da kann ich gar nicht lachen. Oder wollen etwa die Medien, die Universitäten, die Talk-Master dem Volke helfen, sich zu orientieren? Was kann die Kirche?
Eine Partei begann sich Ende 1989 neu zu formieren, nachdem sie sich dem Zerfall preisgegeben hatte. Nachdem 90 Prozent ihrer Mitglieder davongelaufen waren. Gregor Gysi nahm sich kurz nach dem Desaster der SED zehn Sekunden, um sich im Namen der Partei beim Volk zu entschuldigen. Hundert Minuten gebrauchte er um zu sagen, man wolle sich vom Stalinismus lösen. Warum nicht eher schon so deutlich? Niemand konnte dem neuen Vorsitzenden vorwerfen, nicht gut genug geredet zu haben. Ein Glück überhaupt, dass er hineingesprungen war in die Verwirrung. Den symbolisch übergebenen Besen zum Ausfegen hat er anfangs genutzt. Drei Jahre später war ich tief enttäuscht. Doch zu Beginn war ich noch nicht enttäuscht.
Seitdem sind zwanzig Jahre vergangen
Nun liegt der Partei, immer noch der größten unter den Linken, ein Programm-Entwurf vor, ein neues Papier nach schwachen Vorläufern. Schon ein halbes Jahr vorm neuen Programm-Entwurf hatte ich in meinem jüngsten Buch ein Kapitel überschrieben „Oskar hat verstanden“. In vergleichbarer Lage hatte Rosa Luxemburg an Clara Zetkin geschrieben: „Wir haben doch noch Männer in der Partei.“ (November 1911) Nun ist Oskar krank. Und noch kennt das Volk den neuen Programm-Entwurf nicht. Wie wollt ihr den Entwurf dem Volk bekannt machen? Werden eure Mitglieder sich unters Volk mischen? Ich meine, Millionen Bürger würden gern ermutigt werden zu einem gründlichen System-Wandel, denn Millionen Bürger haben den Kanal voll vom Bisherigen. Millionen Bürger würden erkennen, dass man in der ehemals führenden Partei aus der Geschichte gelernt hat. Millionen Bürger würden sagen: Donnerwetter, die Linken haben gründlich gelernt, endlich und gründlich gelernt, jetzt verstehen wir, was mit Sozialismus gemeint ist: Sozialismus ist doch, was wir – die Lohnabhängigen und Mittelständler - schon immer gewollt haben. Jetzt ahnen wir auch, wie wir zum Sozialismus kommen können.
Wollt ihr endlich die Spaltung der Lohnabhängigen in Jobbende und Erwerbslose überwinden, die Spaltung der Arbeiterklasse? Millionen rackern sich halb tot, Millionen gehen psychisch kaputt an der Langzeit-Arbeitslosigkeit. Das berichten ja schon manche Zeitungen. Die Herrschenden reiben sich ob der Spaltung die Hände.
Doch nun fragt man sich in Euren Reihen schon, ob der Entwurf nicht doch zu links wäre, das Volk wolle vom Parlament vertreten sein, es wolle weiterhin gebückt sein und sich heraushalten aus der Politik, sogar Untertan wolle es bleiben. Das höre ich aus Euren Reihen.
Macht es Euch nicht so einfach. In der DDR habt Ihr den Bürgern allzu vieles vorgeschrieben, und heute habt Ihr Angst, die Bürger zu ermutigen. Ihr schimpft auf Radikalos und versteht nicht, warum junge Leute verzweifelt sind. Nie seid Ihr den Dingen auf den Grund gegangen. Ihr habt euch selber nicht bis auf den Grund befragt, bis dort hin, wo es weh tut: In der DDR hätten wir keine Demokratie gehabt - als wenn wir nicht anders gekonnt hätten. Die Sowjetunion hätte uns nicht gelassen? Aber was haben wir uns selber nicht erlaubt? Als Mitglieder der SED? Aussprachen hätte es geben können, das gebot unsre Verfassung, aber ihr habt im Mitbürger allzu schnell den feindlichen Agenten gesehen. Und nun barmt Ihr: Die Arbeiterklasse - unser Subjekt – sei uns „abhanden gekommen“. Einfach so – abhanden gekommen? Einfach so? Doch Ihr kommt aus der Partei, die vierzig Jahre lang an den Hebeln saß.
Wie habt Ihr diese vierzig Jahre mit den Arbeitern geredet? Habt Ihr sie verstanden? Seid Ihr nicht aufs Befehle-Erteilen ausgewichen? Wie kommt es denn, dass Ihr auch heute noch Abstand haltet zum Volk?
Die Wählerstimmen wollt Ihr. Doch wenn ich Euch berichten will von der „Sozialen Bewegung Land Brandenburg“, von „Bundesweite Montagsdemo“, von Attac in Berlin und vom Flyer der NPD in meinem Briefkasten, dann schaut Ihr auf die Uhr und ruft: „Ich muss schnell nach Hause, meine Frau wartet mit der Mahlzeit.“ Und als eine Bürger-Initiative 106 000 (einhundertsechstausend) Unterschriften gesammelt hatte gegen den Plan der Regierung, Schulgeld zu erheben, verfassungswidrig, getarnt als Bus-Geld für die Kinder, die nur noch mit dem Bus zur fernen Schule können, weil die nahen Schulen geschlossen wurden, da habt Ihr öffentlich aufgerufen zum Boykott jener Kundgebung, die dem Landtag fünfzig Kartons mit den Listen der Unterschriften übergeben wollte. Ihr hattet nicht mal gegengehalten, als ein Staatssekretär den Landtag belog. Eine Bürgerinitiative hatte das aufgedeckt. Doch Ihr wolltet keinen Ärger mit den Regierenden. Dafür habt Ihr Euch bis heute nicht entschuldigt. Und trotzdem wollt Ihr gewählt werden. Als in meinem Städtchen dreihundert Schüler erneut begannen, sich gegen die Liquidation der Abiturstufe zu wehren, habt ihr 4 (vier) Eurer hochbezahlten Landtagsabgeordneten geschickt, um den Schülern anzudeuten, „geht nach Hause, wir werden im Landtag vorstellig.“ Leider hat ein Teil der Schüler auf euch vertraut. So blieb nur noch die Hälfte der Schüler, um beim Marsch zum Rathaus zu rufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.“
Wie lange werden euch die Wähler wählen?
Schon oft haben Bürger gesagt: Wir wählen gleich das Original, dort ist das Geld. Viele Bürger wählen noch Linkspartei, weil sie glauben, Ihr seid links. Doch wenn Wähler dahinter kommen, wie es wirklich ist? Ob Ihr es ernst meint? Was dann? Als am Weltkriegs-Friedhof im Landkreis Dahme-Spreewald gegen die Nazis zu demonstrieren war, fuhr Euer Omnibus aus dem Nachbarkreis in die entgegengesetzte Richtung: zur Feier „Hundert Tage PDS im Bundestag“. Kürzlich am 13. Februar galt es, in Dresden die Nazis zu blockieren. Zwischen Oder und Spree startete ein Bus mit Blockierern, mit zwanzig Studenten und drei älteren Semestern. Die Hälfte der Sitze blieb leer. Und wenn ich mit Euch beraten will: Wie kann denn Hartz IV überwunden werden? Ich meine durch Arbeitszeitverkürzung der noch Jobbenden. Da sagt Ihr, die noch Jobbenden wollen keine Arbeitszeitverkürzung. Doch wie sollen sie denn wollen, wenn Ihr ihnen den Zusammenhang nicht zeigt: Die Jobbenden machen sich mit Überarbeit kaputt und die Langzeitarbeitslosen bleiben kaputt liegen, weil Arbeitsplätze fehlen. Ist das nicht himmelschreiend? Glaubt Ihr, Wachstum würde Arbeitsplätze bringen?
Ihr verweigert den Betroffenen alle Orientierung, die Ihr als Partei geben müsstet, denn die Partei könnte, wenn sie will, Zusammenhänge erläutern, die der Einzelne in seiner Isolierung nicht erkennt. Zusammenhänge betreffend habe ich im Haus Eures Bundesvorstands vorgesprochen, zusammen mit einem Genossen aus Dresden und einem Genossen aus FFM. Als ich bemerkte, dass das von Euch abprallt, habe ich über mein Konzept geschrieben „Fangt endlich an mit Politik“. (Siehe www.thiel-dialektik.de) Doch davon habe ich noch nichts bemerkt.
(Fortsetzung im November 2010)
Fortsetzung aus BBP Oktober 2010. Dort waren die ersten Zeilen: „Das Volk will Sozialismus. Gelächter. Oder kein Gelächter? Will das Volk womöglich doch?“
Darf das Volk nicht Sozialismus wollen?
Wie waren wir einst gestartet?
Linke hatten sich einst als Partei der Arbeiterklasse definiert. Deshalb bin ich 1949 Mitglied der SED geworden und habe Lehrer gefunden: Altkommunisten, Kämpfer. Von ihrer Art gab es nicht viele. Oft habe ich in der Produktion gearbeitet. Deshalb weiß ich, dass es die Kommunisten nicht leicht hatten. Die Arbeiter waren so kurz nach dem Krieg nicht vorbereitet, ihr Eigentum an den großen Betrieben wahrzunehmen. Aber die Partei hatte recht getan zu sagen: Kollegen, ihr wollt besser leben, also müssen wir von eurem Tageswerk etwas einbehalten, damit wir investieren können, in der Industrie, in der Bildung, in die Infrastruktur, in den Schutz vor Korruption und Diebstahl. Das hatte Marx in seiner Kritik am Gothaer Programm der Sozialdemokratie deutlich gesagt. Nur wenige Arbeiter verstanden das. Aber wir hätten es den Arbeitern erläutern können, dazu brauchten wir nicht die Deklaration zur führenden Partei, das große Bumbum.
Kollegen der Industrie-Betriebe hatten erlebt, dass ihre Maschinen in die Sowjetunion verbracht wurden. Nicht zur Reparatur, sondern als Reparation. Das hat uns allen weh getan. Trotzdem ertrugen es die einheimischen Arbeiter. Haben sie geschwiegen, weil sie noch nicht vergessen hatten? Die Sowjetunion ist von uns Deutschen verwüstet worden!
Als ich – geschasster Student – von meinen Kollegen auf einer Baustelle zum Brigadier gewählt wurde, um die tägliche Arbeit abzurechnen, habe ich mich nicht auf die führende Rolle der Partei berufen. Ich habe meinen Kollegen Zusammenhänge erläutert. Natürlich war das kein Cäsarenritt, kein „veni, vidi, vici“. Die Kollegen sagten mir am Sonntag beim Wodka: „Du musst mal verstehen, uns hat der Staat drei Mal beschissen: Beim Kaiser, in der Weimarer Zeit und bei Hitler. Jetzt wollen wir mal den Staat bescheißen.“ Sie akzeptierten aber, dass ich unseren täglichen Erdaushub abrechnete und zugleich dem Staat von unsrer hoch-prozentigen Norm-Erfüllung den Rundungs-Überschuss zukommen ließ: zum Investieren. Andere Brigaden schlugen auf ihre 150 Prozent Normerfüllung noch 50 Prozent drauf und empfingen die Prämien. Das habe ich an der Wandzeitung kritisiert. Als es bei Auflösung der Baustelle zur Verabschiedung kam, sagte mir ein Kollege: „Am Anfang haben wir uns über dich geärgert, ein Knüppel war schon bereit, aber dann haben wir gemerkt, dass du einer von uns bist.“
Arbeiter als Funktionäre
Gerade entgegengesetzt verlief die Entwicklung von Arbeitern, die als Genossen in eine Funktion berufen und bald zu einem Lehrgang delegiert wurden. Sie sollten Zusammenhänge verstehen lernen. Das war bitter nötig. Die Partei musste nicht nur hundert Länder sehen, sie musste auch hundert Jahre Geschichte mit ihren Weltkriegen überblicken, da hatte sich so mancher Arbeiter betören lassen, weil er froh war, endlich einen Arbeitsplatz zu finden: Er dachte an den Lohn für seine Familie. Also baute er fleißig Autobahnen für schnelle Truppenverlegung, und Rüstungsfabriken und Kanonen baute er auch. Nach dem Krieg erzählte mir ein Arbeiter, wie er einen Raupenschlepper der schweren Artillerie gelenkt hatte. Darauf war er stolz. Mit Maschinen kann er umgehen, das imponiert mir. Doch was hatte er dabei gedacht? Ein andrer Kollege meinte in der Frühstückspause: „Wenn keen Kriech gewesen wär, wärn mr nie nach Paris gekomm.“ Doch was hatte er dabei gedacht? In der Frühstückspause kam zur Sprache, was am Sonntag gegessen wurde. Da blieb mir wenig Zeit, um meinen Kollegen zu erläutern, dass Experten in der Industrie etwas mehr Gehalt bekommen müssen, damit sie nicht in den Westen abhauen. Als sich im Westen die Schaufenster füllten, hatten wir noch nicht mal einen funktionierenden Hochofen. Und als wir gemeinsam mit unsrer Besatzungsmacht noch hungerten, konnten Amerikaner Care-Pakete in ihren Besatzungszonen verteilen. Da musste ich exakt überlegen, wie ich meine Worte setze. Immerhin hatte ich Abitur, viel Volkshochschule und fast sechs Semester Studium hinter mir, darunter Mathematik.
Wie soll aber nun ein Arbeiter in vier Monaten Lehrgang lernen, was zu lernen war? Er lernte Schlagworte, mehr war in der kurzen Zeit nicht möglich, und die Lehrer wussten selber nicht viel mehr. Mit den Schlagworten arbeitete der Arbeiter fortan als Funktionär. Die Arbeiter verstanden ihn nicht. Für sie war der Funktionär kein Arbeiter mehr. Das sehen sie noch heute so, im Jahre 2010. Sie fühlten sich verscheißert und neigten zum Mosern. Umso mehr klammerte sich der Funktionär an die fleißig aufgesogenen Schlagworte. So war er scheinbar Sieger, doch nur scheinbar. Und die Partei schwindelte sich weiter in die eigene Tasche.
Die Lehrer der Funktionäre hätten selbst viel lernen müssen. Dazu wurde auch Hochschulausbildung geboten, doch dort dominierte Karriere vor der Forschung. Einst war man angetreten: „Wenn wir nicht reden, redet der Klassenfeind.“ Das habe ich auch gedacht. Aber im Laufe von fünf Jahren hätte das anders werden müssen: Jetzt müssen wir anfangen zu forschen, zum Beispiel in der Philosophie, im Fach „Wissenschaftlicher Sozialismus“. Und endlich die Klassiker studieren, denn wir kannten nur Bröckchen. Wer aber Professor werden wollte, hat sich vor den Apparatschiks geduckt, die nun auch im Apparat des Zentralkomitees zu herrschen begannen und an ihre scheinbare Weisheit glaubten. Selbst das wenige, was auch Karrieristen richtig sahen, drückten sie rein akademisch aus.
So viel in Kürze: Kompression von Jahrzehnten auf hundert Zeilen, Kompression, dass es kracht. Das kann nicht ausbleiben, wenn jahrzehntelang um den heißen Brei herumgeredet wurde. Dann muss der Kragen platzen. In meinen Büchern habe ich alles genauer berichtet, mit vielen, vielen Nuancen und Erläuterungen. Auch Lichtlein habe ich positioniert, die ich für links halte. Heute scheint mir zum Beispiel Gesine Lötzsch ein Lichtlein. Aber Ihr lasst Euch am liebsten über Südamerika informieren. Wollt ihr Sozialismus etwa importieren? Wollt Ihr auf Wunder warten? Habt Ihr die Alternative zum Wunder?
Mit den Bürgern reden?
Rede ich mit meinen Mitbürgern, muss ich beachten: Ihnen ist der Teller näher als Menschheit, Bundesrepublik und Grundgesetz, näher ist ihnen der heutige Tag als die Katastrophen vor ihrer Geburt. Da muss ich mir viel Zeit nehmen, um Verständnis zu erlangen. Unter ihnen bin ich weit und breit der einzige Mensch mit Hochschulabschluss. Doch eure Mitglieder sitzen in ihren Versammlungen und befassen sich mit sich selber. Dass die Soziale Bewegung Land Brandenburg auch schon mal Gäste aus allen linken Parteien angezogen hatte, war wie ein Wunder. Doch dass wir auf dem Marktplatz einer Großstadt auch die Internationale gesungen haben, das hat Eure Zeitung verschwiegen. Nun also, Mitglieder der Linkspartei, fangt an, in aller Öffentlichkeit den Weg zum Sozialismus zu erläutern. Dann kann ich das Wort „Tabu“ im Titel meines neuen Buches zurücknehmen. Dann heißt es pur: „Allmähliche Revolution“.
Von Rainer Thiel erschien 2009 „Allmähliche Revolution – Tabu der Linken. Zwei Arten Abstand vom Volk: Auf Wunder warten.... und ´Gebt eure Stimme bei uns ab´“ Oder wollt Ihr Untertanen bleiben?
2010 erschien von Rainer Thiel „Neugier – Liebe – Revolution. Mein Leben 1930 – 2010“.
Von Thiel erschien auch
in den neunziger Jahren Berichte über ausgewählte Erfinderschulen in der Deutschen Demokratischen Republik und wie es zur Fortsetzung in Bayern kam.
1998 „Marx und Moritz. Unbekannter Marx. Quer zum Ismus“ (trafo verlag)
2001 „Schülerstreik in Storkow“, (trafo verlag)
2002 „Der Stausee unterm Auersberg. Die Talsperre des Friedens in Sachsen und der Mythos ihrer Erbauer“, trafo verlag
2005 „Das vergessene Volk. Mein Praktikum in Landespolitik“ (Regionen Verlag) Der Titel hätte auch lauten können: „Wie Bürger-Initiativen für die Bildung kämpften und durch Politiker verraten wurden, auch durch kriminelle Akte“.
2012 im April erscheint im Laika Verlag ein Sammelband „Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie“, mit Geleitwort von Stéphane Hessel und Beiträgen u.a. von Holdger Platta, Friedhelm Hengsbach, Christoph Butterwegge, Frigga Haug, darin auch ein Beitrag von R. Thiel „Wie lange noch die Angst vor Arbeitslosigkeit?“
Inhaltsverzeichnisse und Informationen zur Entstehung in www.thiel-dialektik.de
Unter den vielen Büchern, die ich gelesen habe, war ich am meisten mitgenommen von dem Buch „Den Kommunismus mit der Seele suchen. Wolfgang Langhoff – ein deutsches Künstlerleben im 20. Jahrhundert.“ Das Buch aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch las ich im April 2012. Mit brüderlichen Grüßen an die Autorin Esther Slevogt, die aus Paris stammt und in Düsseldorf und Berlin studiert hat.
Ostermarsch Potsdam
31. März 2012, Abschlusskundgebung, Rede von Rainer Thiel (inzwischen veröffentlicht in „Artikel Eins“ und anderen alternativen Medien):
Liebe Freunde,
seid gegrüßt aus Storkow und Berlin, von einem Rentner, der aktiv ist in Soziale Bewegung Land Brandenburg, bei ATTAC bundesweit und bei UMOD - der Unabhängigen Montags-Demo in Berlin am Fernsehturm. Zugleich auch Freund der Freidenker. Und Friedensfreund bin ich sowieso. Ich habe als Vierzehnjähriger im Bombenhagel gestanden, ich habe Feuer zu löschen versucht, bis die Wassereimer leer gewesen sind. Aus dem brennenden Haus habe ich eine alte, demenz-kranke Frau mit meinem Vater die Treppen hinab getragen, der Feuersturm blies ihr das Nachthemd vom Leibe, und ich sah, was sich darunter verbarg. Ein paar Straßen weiter ist meine Oma bei lebendigem Leibe verbrannt. Zehn Zentimeter Neuschnee, kurz vor den Bomben herabgefallen, waren in einer Nacht hinweg geschmolzen, und meine Augen waren voller Ruß vom Feuer. Die ganze Innenstadt von Chemnitz zerbarst, noch wochenlang stank es nach Asche und verbranntem Holz.
Doch ich begann zu lernen. Und zu singen: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt....“ So begann die Hymne einer jungen Republik. Das gefiel mir besser als „Deutschland Deutschland über alles, über alles in der Welt....“ Und so bin ich Kommunist geworden. Das Höchste schien mir, dass die arbeitenden Menschen einig sind und die Wirtschaft in ihre Hand nehmen. Wir sprachen von VEB und von Einheit der Arbeiterklasse. Und jeder hatte einen sicheren Arbeitsplatz. Die Frauen wurden berufstätig, die Kinder waren glücklich in der Kita, die Frauen hörten auf, den Männern untertan zu sein. Das war richtig, das war Freiheit. Doch wir Initiatoren waren oft zu arrogant. Und so kam es, dass unsre Mitbürger uns nicht mehr haben wollten, obwohl wir recht gehabt hatten. Und als unsre Mitbürger endlich auf die Straße gingen und riefen, „Wir sind das Volk“, da war es schon zu spät. Millionen verloren ihren Arbeitsplatz.
Heute ist die Gesamtheit der Erwerbsfähigen tief gespalten: Es gibt Jobbende, und es gibt Erwerbslose. Es gibt Tarif-Löhner, und es gibt Leiharbeiter. Wenn Frauen ihren Leib verleihen, gilt das als Hurerei. Doch heute gibt es Menschen beiderlei Geschlechts, die verleihen ihren Leib durch Leiharbeit. Und es gibt Hartz-IV-Betroffene, die so arm sind und so schikaniert werden, dass sie psychisch tot am Boden liegen. Einige von ihnen verleihen ebenfalls ihren Leib im Ein-Euro-Job.
Dabei haben wir ein Grundgesetz, das mit den Worten beginnt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Doch die staatliche Gewalt hat vor der Wirtschaft kapituliert. Die Parteien im Bundestag haben das Grundgesetz unterlaufen. Daran sind wir selber schuld, denn in unsrem Grundgesetz steht auch: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Doch die Staatsgewalt haben wir noch nie in die Hand genommen.
Also muss unsren Mitbürgern Mut gemacht werden, auf die Straße zu gehen und die Staatsgewalt in die eignen Hände zu nehmen. Von Attac und Occupy gehen Impulse aus. Doch warum ist ihr Werk so schwierig? Die Jobbenden sind nach ihrer 40-Stunden-Arbeitswoche k.o. und versinken abends vorm Televisor. Keine Kraft, um auf die Straße zu gehen. Und die Langzeitarbeitslosen sind super-arm und psychisch kaputt.
Aus Angst vor Erwerbslosigkeit leisten die Jobbenden Überstunden und lassen sich antreiben. Der DGB publizierte in diesen Tagen Statistiken und verkündete im Internet:
„Bundesweit jeder zweite Beschäftigte fühlt sich bei der Arbeit sehr häufig oder oft gehetzt – die Frauen sind besonders betroffen. 63 Prozent der Jobbenden bemerken, dass sie immer mehr leisten müssen. 20 Prozent leisten 10 und mehr Überstunden.“ Das sind die Fakten, ich habe nur das Bürokratendeutsch gemildert.
Also Arbeitshetze, Überstunden, Stillehalten. Warum, zum Teufel, lassen sich das die Jobbenden gefallen? Sie glauben, jeder müsse als Einzelner seinen Arbeitsplatz verteidigen. Als Einzelner. Als Einzelner. Der Mensch als Einzelner! Alles andere wäre kollektiv und kommunistisch. So tönt es in den Medien. Warum aber, zum Teufel, greift die Gewerkschaft nicht ihre stolzen Traditionen auf und fordert Arbeitszeitverkürzung, 30-Stundenwoche, mit vollem Lohnausgleich?
Arbeitfairteilen. Vollzeitarbeit neuen Stils. Mit diesem Kompass hat es ja schon mal 150 Jahre lang funktioniert. Die Arbeitszeit wurde von 80-Wochenstunden im 19. Jahrhundert bis auf 35 Wochenstunden am Ende des 20. Jahrhunderts reduziert. Das hat Kampf gekostet, doch es ging. Warum wird das nicht wieder aufgegriffen? Warum wird dieser Kompass nicht wieder zur Hand genommen? Dann würden Arbeitsplätze frei für die Hartz-IV-Geschundenen, und die bisher 40-Wochenstunden-Löhner hätten Zeit für ihre Familien, für ihre Kinder, für Hobby, Sport und Politik! Das müsste der Kompass sein.
Und für den Lohnausgleich bei Arbeitszeitverkürzung gibt es jede Menge Geld. Ich habe mal geschätzt: 200 bis 300 Milliarden Euro pro Jahr. Dann könnte auch ein Niedriglöhner bei 30 Stundenwoche mehr Geld in die Tasche kriegen als bei 40-Stundenwoche. Und das Problem des Mindest-Lohnes wäre gleich mit gelöst. Stattdessen bröseln Politiker, ob 8,50 oder 10 Euro Mindestlohn möglich seien. Aber wir brauchen nur mal zu fragen, wo die 200 oder 300 Milliarden Euro bleiben, die der Staat den Banken und den Konzernen zukommen lässt. Wir sollten auch mal beginnen, in Kategorien des Strafgesetz-Buches zu denken. Was die Regierung macht, ist, Gelder zu veruntreuen, die vom Volk erarbeitet worden sind.
Den Hut aber ziehe ich vor den Mitbürgern, die in unsrer Region zu Tausenden gegen den Flug-Lärm auf die Straße gehen. Ich ziehe den Hut vor den Mitbürgern, die zwischen Oder und Spree den Energie-Riesen Vattenfall in die Schranken gewiesen haben, und ich ziehe den Hut vor unsren Freunden von Attac und Occupy, die mit dem Ruf auf die Straße gehen: „Banken in die Schranken, Banken entmachten“.
Da ist es nicht mehr weit bis zu dem Ruf: „Die Großbanken in Volkes Hand, das Volk sind wir!“ Was heißt denn überhaupt Eigentum? Vom Grundgesetz geschützt ist das kleine Eigentum, vom Häuslebauer bis zum Mittelständler. Das ist geschützt durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Doch die Bäume dürfen nicht in den Himmel wachsen. Als die Saurier zu groß wurden, starben sie aus. Das hat die Natur zuwege gebracht. Und Super-Saurier hat die Natur gar nicht erst entstehen lassen.
Wir brauchen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, aber wir brauchen keine Großbanken. Sie sind ein Teufelszeug, ein Teufelsgezücht. Wem das Wort nicht gefällt, dem sage ich: Nicht ich bin es, der teufelt, nein, das haben die Regierenden mit ihrer Wirtschafts-Politik getan. Wo einst kreativer, solider Mittelstand wirkte, sind Glücksritter gedopt worden, gedopt, sodass mit Doping-Mitteln Super-Saurier entstanden. Wenn das sogenannte Eigentum so groß wird, dann hört es auf, Eigentum im Sinne der Gesetze zu sein. Dann muss es in die Hand des Volkes. Schon vor dreißig Jahren hat ein Jura-Professor in Hamburg gesagt: Eigentlich brauchen wir nicht mal von „Enteignen“ zu sprechen, was super-groß ist, „muss außer Eigentum gestellt werden“. Auf die Größe kommt es an. Also bitte: Was zu groß ist, „Außer Eigentum stellen!“ Und wenn es technologisch sinnvoll ist: dann muss es in des Volkes Hand. Ich fühle mich bestärkt durch Sahra Wagenknecht. Ihr jüngstes Buch heißt „Freiheit statt Kapitalismus!“. Das hat mir geholfen, mich zu steigern: Anfangs war unser Ruf „Wir sind das Volk“. Ich füge hinzu: „Das Volk ist die Natur“. Und nun folgt für mich der dritte gute Spruch: „Freiheit statt Kapitalismus!“
Aber die bescheidenen Lohnarbeiter, die gewöhnt sind an vorgegebnen Arbeitsrhythmus, an den Takt der Maschinen, der Fahrpläne und der Kundenbetreuung, also die Rhythmus-Gewohnten, sie brauchen Ermutigung durch die Gewerkschaft, durch linke Parteien. Sie waren schon mal anfällig geworden für Reden großer Redner. Da gewannen sie sogar den Mut, in große Kriege zu ziehen. Das haben sie bis heute nicht verkraftet. Sie sind in Not und brauchen Hilfe.
Doch wo bleibt die Hilfe? In Klammern füge ich hinzu: Bei unterlassener Hilfeleistung wird vom Strafgesetzbuch Freiheitsstrafe oder Geldstrafe angedroht. Siehe § 323c. Daran möchte ich alle erinnern, die mit Politik ihr Geld verdienen. Ich bestrafe alle Parteien damit, dass ich seit 1992 Jahren parteilos bin.
Doch wir müssen uns vor allem selber helfen. Wir brauchen nicht nur Klage über Hartz IV, wir brauchen Alternativen: Arbeit für alle, 30-Stunden-Woche für alle und mit Entgeltausgleich, damit die Spaltung überwunden wird. Dann sind wir stark. Das schreiben wir auch allen Parteien ins Stammbuch. So kommen wir dem Ziele näher: Freiheit statt Kapitalismus!
Was ich gern auch publizieren möchte:
- Handreichung zum Verstehen und Trainieren dialektischen Denkens. Überwindung der Ziegelstein-Denkweise und ihrer Grundlagen durch Bildung und Kreativität
- Es gibt solche und solche Transzendenz. Was heißt das?
- Erfahrungen der Kooperation mit Mitbürgern christlichen Glaubens.
- Eine Studie „MINT und die Entwicklung der Menschengemeinschaft. Ein Plädoyer gegen das Ziegelstein-Denken. Gibt es Alternativen?“
- Erfahrungen der Montags-Demo-Bewegung zur Überwindung von Hartz IV.
- Weiterentwicklung der konzeptionellen Grundlagen zur allgemeinen Arbeitszeitverkürzung, um die Spaltung der Arbeiterklasse in Jobbende und Erwerbslose zu überwinden. 30-Stundenwoche für alle, mit Lohnausgleich und Mindestlohn.
- Ein Erfahrungsbericht: „Wie bleibt man geistig fit?“ mit einem Blick in die Feuerbachthesen von Karl Marx.
- Was heißt „Nachhaltigkeit“?